Bewegung, Selbständigkeit und Alltag - Therapie bei MS

8. Jun 2026

Bewegung, Selbständigkeit und Alltag - Therapie bei MS
Die Therapie bei Multipler Sklerose hat das Ziel, die Selbstständigkeit im Alltag möglichst lange zu erhalten und gezielt zu fördern.

Dank moderner medikamentöser Therapien führen heute viele MS-Betroffene ein weitgehend normales Leben. Kommt es im Verlauf dennoch zu Funktionsverlusten, gilt es, diese wieder zu verbessern und vorhandene Fähigkeiten zu trainieren. Gleichzeitig werden gemeinsam mit den Betroffenen Kompensationsstrategien entwickelt, um den Alltag weiterhin selbstständig zu bewältigen und Folgeprobleme wie Stürze oder Muskelabbau möglichst zu vermeiden.

Ein zentrales Ziel der Therapie besteht darin, die Selbstständigkeit und die Mobilität im Alltag möglichst lange zu erhalten oder – beispielsweise nach einem Schub – wieder zu verbessern. Denn Selbstständigkeit bedeutet nicht nur Unabhängigkeit, sondern trägt wesentlich zur Lebensqualität bei und ermöglicht eine aktive Teilnahme am Leben.

Vielfältigkeit und doch vereint im Ziel

Das Angebot der Therapien kann vielfältig sein und wird auf die Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt. Zu Beginn werden die individuellen Fähigkeiten mittels spezifischer Assessments erfasst und im Verlauf regelmässig überprüft, um die Therapie gezielt anzupassen. Dabei steht stets das persönliche Ziel der Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt.

Die Physiotherapie fokussiert auf Bewegung und Mobilität im Alltag. Ergänzend kann sie auch zu Wasser (Aquatherapie) und auf dem Rücken eines Pferdes (Hippotherapie) stattfinden. Weiter kann die Therapie in modernste Technologien in der Robotik eingebettet werden. Sie zielt darauf ab, das Gangbild, Gleichgewicht, Kraft und Koordination zu verbessern und unterstützt dabei, Transfers sicher auszuführen sowie Stürzen vorzubeugen. Ergänzend werden Hilfsmittel abgeklärt und individuelle Übungen für zu Hause erarbeitet.

Darauf aufbauend stärkt die Medizinische Trainingstherapie gezielt Kraft und Ausdauer durch individuell angepasste Trainingsprogramme, häufig an Geräten wie Veloergometer oder Laufband. Sie trägt dazu bei, die körperliche Belastbarkeit zu erhöhen und kann sich positiv auf Fatigue auswirken. Gleichzeitig werden Stabilität, Gleichgewicht und das Vertrauen in die eigene Bewegungsfähigkeit gefördert.

Die Ergotherapie wiederum richtet den Blick konsequent auf den Alltag. Gemeinsam mit den Betroffenen werden Strategien entwickelt, um Aktivitäten wie Körperpflege, Haushalt oder Beruf möglichst selbstständig zu bewältigen. Ein zentraler Schwerpunkt ist dabei das Energiemanagement im Umgang mit Fatigue. Ergänzend werden Feinmotorik, kognitive Fähigkeiten trainiert sowie der Einsatz von Hilfsmitteln evaluiert.

Hand in Hand mit der Ergotherapie wird zur Unterstützung bei kognitiven Beschwerden das neuropsychologische Training angeboten. Gespräche in der klinischen Psychologie unterstützen bei emotionaler Belastung bis hin zu Depressionen. Angebote in der Musiktherapie unterstützen ergänzend unter anderem bei feinmotorischen Defiziten (Instrumentalspiel), Gleichgewichtsproblemen (Rhythmik) oder tragen auch zur Entspannung (rezeptiv) bei und fördern Aufmerksamkeit und Gedächtnis.

Gemeinsam für mehr Selbstständigkeit

Zusammenfassend greifen alle therapeutischen Ansätze im MS-Zentrum eng ineinander. Gemeinsam unterstützen und begleiten sie die Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihrer Krankheit und tragen so zur Selbstkompetenz bei. Im Mittelpunkt steht dabei immer die einzelne Person – mit ihren individuellen Zielen, Möglichkeiten und Herausforderungen.

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