Erfolgreiche Integration – strategische Schärfung

11. Mai 2026

Zwei Männer in Anzügen mit Hemden stehen nebeneinander und lächeln vor einem Büro-Hintergrund; im Hintergrund ist ein großes, halbtransparentes Logo mit grünen und blauen Linien erkennbar.
2025 war für die Reha Rheinfelden das erste vollständige Jahr als integrierte Unternehmensgruppe mit der ehemaligen Salina Medizin AG und dem Park-Hotel am Rhein. Trotz tiefgreifender Transformation blickt die Reha Rheinfelden auf ein sehr gutes Geschäftsjahr zurück. CEO/Med. Direktor Prof. Dr. med. Leo Bonati sowie CFO/Adm. Direktor Hanspeter Illi ordnen ein – und skizzieren die nächsten strategischen Schritte.

Ein sehr gutes Geschäftsjahr – trotz Transformation

Das Geschäftsjahr 2025 war in mehrfacher Hinsicht besonders. Erstmals wird im Geschäftsbericht auch die ehemalige Salina Medizin AG vollständig in den Finanzzahlen ausgewiesen. Detaillierte Zahlen liegen zum Zeitpunkt des Gesprächs noch nicht vor. Dennoch ist für Hanspeter Illi klar: «Wir werden das Budget auf Gruppenstufe übertreffen.» Auch auf Einzelstufe zeichnet sich ein erfreuliches Resultat ab.

Leo Bonati ordnet ein: Vor dem Hintergrund der umfassenden Integration und der Transformation in eine neue Organisationsform sei das Ergebnis besonders bemerkenswert. «Wir haben unsere neuen Geschäftsaktivitäten – Salina Rehaklinik, Salina Therapien, Salina Fachärztehaus, Park-Hotel und Altersresidenzen – in eine gemeinsame Organisationsstruktur integriert. Dass wir unter diesen Voraussetzungen ein hervorragendes Ergebnis erreicht haben, spricht für unsere Mitarbeitenden und bestätigt die strategische Entscheidung.»

Auch mit Blick auf den Businessplan zeigt sich Illi sehr zufrieden: Man liege nicht nur im Plan, sondern habe bereits Vorsprung. «Wir sind ohne ein Aber auf gutem Weg.» Zum positiven Resultat beigetragen haben verschiedene Faktoren: eine gute Auslastung, der Ausbau der Frührehabilitation für schwer betroffene Patientinnen und Patienten sowie ein weiterhin relativ hoher Anteil an zusatzversicherten Personen. Zwar liegen die Pflegetagzahlen leicht unter dem ausserordentlich starken Jahr 2024, doch konnte dies durch die Fokussierung auf medizinisch komplexe Fälle und einen günstigen Anteil der verschiedenen Versicherungsklassen ausgeglichen werden.

Sowohl das stationäre wie auch das ambulante Segment sind gewachsen. Die stationäre Rehabilitation bleibt das Hauptgeschäft, während die ambulante Rehabilitation und die spezialärztlichen Sprechstunden im Zuge der Ambulantisierung zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Integration: organisatorisch, kulturell und rechtlich

Ein zentrales Thema 2025 war die Integration der verschiedenen Einheiten. Organisatorisch ist die Reha Rheinfelden heute als einheitlich geführte Unternehmensgruppe mit sieben Departementen aufgestellt, deren Leitungen standortübergreifend die Geschäftsleitung bilden.

Kulturell verfolgt die Geschäftsleitung einen klaren Ansatz: Integration ja – Vereinheitlichung um jeden Preis nein. «Wir haben mit der Wertetrias ‹Menschlichkeit, Kompetenz und Wohlbefinden› die gleichen Grundwerte in der ganzen Gruppe», so Bonati. «Aber wir wollen die Eigenheiten und Identitäten, insbesondere von Salina und Park-Hotel, bewusst bewahren.» Gerade das Ambiente des Park-Hotels am Rhein mit persönlicher Betreuung und Vier-Sterne-Umfeld sei für bestimmte Patientinnen und Patienten ein wichtiges Element.

Rechtlich wurde die ehemalige Salina Medizin AG in der ersten Jahreshälfte 2025 fusioniert und der Betrieb ist nun Teil der Reha Rheinfelden Stiftung. Nach Aargauer Spitalgesetzgebung bestehen derzeit noch zwei Spitalstandorte. Ziel ist es, wie Illi ausführt, diese aber künftig zusammenzuführen.

Eine besondere Herausforderung stellte die system- und prozessseitige Zusammenführung dar. Salina und Park-Hotel waren zuvor in eine andere System-Plattform eingebunden. Diese mussten herausgelöst und in die IT- und Prozesslandschaft der Reha Rheinfelden überführt werden. Anfang 2026 erfolgte ein grosser Go-Live mit Finanz-, Patientenmanagement- und weiteren Systemen. «Das war herausfordernd, aber essenziell, um wirklich effizient gemeinsam arbeiten zu können», so Illi.

Wechsel im Park-Hotel und klare Positionierung

Mit der Integration verbunden war auch ein Wechsel in der Direktion des Park-Hotels am Rhein. Der bisherige Direktor, Beat Gerber, hat sich beruflich neu orientiert. Die Leitung übernahm Anfang 2026 Adrian Dähler, zuvor langjähriger Leiter Küche der Reha Rheinfelden. Er bringt nicht nur viel gastronomische Expertise, sondern auch strategisch-konzeptionelles Rüstzeug mit – unter anderem aus einer Diplomarbeit zum Park-Hotel.

Bonati ist überzeugt, dass Adrian Dähler seine persönliche Handschrift in der Positionierung des Park-Hotels einbringen wird. Mit seinem Teamgeist und einer wertschätzenden Führungskultur soll ein Umfeld gestärkt werden, in dem sich Mitarbeitende, Gäste sowie Patientinnen und Patienten gleichermassen wohlfühlen.

Umbau der Küche als «Operation am offenen Herzen»

Ein bedeutendes Investitionsprojekt 2025 war die Gesamtsanierung der Küche am Standort Reha Rheinfelden. Vom Sommer bis Mitte Dezember wurde das Herzstück des Betriebs im laufenden Spitalbetrieb umgebaut – inklusive Zeltprovisorium und temporärer Auslagerung der Produktion. «Es war eine ‹Operation am offenen Herzen›, logistisch anspruchsvoll, aber dank dem koordinierten Engagement aller Beteiligten termingerecht umgesetzt», betont Illi.

Die neue Küche befindet sich am bisherigen Standort und ermöglicht optimierte Prozesse. Dreimal täglich werden mehrere hundert Mahlzeiten zubereitet. Mit der neuen Infrastruktur sind zeitgemässe Arbeitsbedingungen und effiziente Abläufe gewährleistet. Am gastronomischen Konzept selbst wurde nichts Grundsätzliches geändert; das Angebot war bereits zuvor differenziert, reichhaltig und auf die unterschiedlichen Bedürfnisse von Patientinnen, Patienten, Mitarbeitenden und Gästen abgestimmt.

14. Forschungspreis: praxisnah und schweizweit ausgerichtet

Bereits zum 14. Mal verlieh die Reha Rheinfelden 2025 ihren Forschungspreis für praxisnahe und qualitativ hochstehende Rehabilitations- und Präventionsforschung aus der Schweiz. Ausgezeichnet wurde eine multizentrische Studie zur Identifikation sturzgefährdeter Personen («Discriminative ability of instrumented cognitive-motor assessments to distinguish fallers from non-fallers»), deren Studienleitung an der ETH Zürich angesiedelt ist.

Die Arbeit kombinierte Bewegungs- und Gleichgewichtstests mit gleichzeitigen kognitiven Aufgaben in einer typischen Konstellation, in der Stürze im Alltag häufig auftreten. Sensorbasierte Messungen ermöglichten eine bessere Unterscheidung zwischen Personen mit und ohne Sturzerfahrung als herkömmliche Tests. Die eingereichten Arbeiten werden anonymisiert durch eine Jury mit internen und externen Mitgliedern beurteilt. Bewertet wird anhand klar definierter Kriterien wie Originalität, klinische Relevanz und Forschungsmethodik. Teilnahmeberechtigt sind ausschliesslich Projekte aus der Schweiz.

Strategie 2025–2027: Integration, Synergien und Schärfung des Profils

Die Jahre 2025 und 2026 stehen im Zeichen der weiteren Integration und der Realisierung erster Synergien – etwa im Finanz- und Rechnungswesen, im Controlling und künftig auch bei der Patientenaufnahme. Ab 2026 werden Patientenströme und Bettenpool standortübergreifend gemeinsam bewirtschaftet. Parallel dazu läuft eine umfassende Strategie-Review für den nächsten Zyklus 2027–2029. Die Geschäftsleitung hat dazu eigene Grundlagen erarbeitet und steht in engem Austausch mit dem Stiftungsrat, unter anderem im Rahmen gemeinsamer Workshops.

Inhaltlich bleibt die stationäre Rehabilitation das Hauptgeschäft mit den drei grossen Leistungsfeldern Neurologie, Muskuloskelettale Rehabilitation (Bewegungsapparat) und Geriatrie, so Bonati. Durch die Übernahme der Salina-Klinik stehen zusätzlich über 40 Betten im muskuloskelettalen Bereich zur Verfügung. Angesichts des demografischen Wandels wird gerade in diesen drei Bereichen weiterhin eine steigende Nachfrage erwartet.

Gleichzeitig wird die ambulante Rehabilitation weiterentwickelt, insbesondere im intensiv-ambulanten Bereich für Neurologie und Bewegungsapparat. Ziel ist es, Kapazitäten zu schaffen und Abläufe zu optimieren – etwa im Anschluss an stationäre Aufenthalte oder als Alternative dazu.

Die weitere Digitalisierung gehört ebenfalls zu den strategischen Schwerpunkten. «Wir wollen uns digital modernisieren und Abläufe so verbessern, dass wir weniger Zeit am Bildschirm und mehr Zeit mit der Patientin oder dem Patienten verbringen», betont Bonati. Im Zentrum steht die Einführung eines neuen Klinikinformationssystems. Daneben werden Projekte im Bereich der Telerehabilitation verfolgt, durch die Patientinnen und Patienten zuhause nachbetreut oder auch präventiv behandelt werden können.

Strategische Überlegungen tangieren auch die weitere Profilierung des Park-Hotels am Rhein. Dieses soll verstärkt im Verbund mit dem medizinischen Angebot positioniert werden und Hotellerie mit medizinisch-therapeutischen Leistungen wie Kur- und Präventionsangeboten kombinieren.

Medizinische Zentren als «Kompetenz-Leuchttürme»

Ein zentraler strategischer Schwerpunkt sind laut Bonati der Ausbau und die Sichtbarmachung der medizinischen Zentren. Dazu zählen unter anderem das MS-Zentrum, das Parkinson-Zentrum, das europäische Zentrum für Sklerodermie in der Reha Rheinfelden sowie das Rücken- und Schmerzzentrum in der Salina.

«Zentrum» bedeutet dabei, wie Illi festhält, keine neue bauliche Einheit, sondern eine organisatorische Bündelung bestehender Kompetenzen: interprofessionell über Medizin, Pflege und Therapie hinweg. Ziel ist es, Expertise sichtbar zu machen, Patientinnen und Patienten ganzheitlich zu betreuen – stationär, ambulant sowie in Nach- und Vorsorge – und klare fachliche Profile zu schärfen.

«Mit der strategischen Ausrichtung wollen wir unser medizinisches Angebot weiter ausbauen und die Reha Rheinfelden als führende Anbieterin in der Nordwestschweiz nachhaltig stärken.»

Prof. Dr. med. Leo Bonati, CEO / Med. Direktor

Digitalisierung: Einführung des Klinikinformationssystems KISIM

Ein zentrales Digitalisierungsprojekt ist die Einführung eines neuen Klinikinformationssystems. Nach einem umfassenden Evaluationsprozess mit Long- und Shortlist fiel die Wahl auf KISIM des Schweizer Anbieters CISTEC. Das bisherige System wird nicht weiterentwickelt und soll abgelöst werden. Die Einführung ist bis Ende 2027 geplant.

Rund 40 Mitarbeitende sind ins Projekt involviert. KISIM überzeugt, so Bonati, durch intuitive Bedienbarkeit, eine breite Verankerung in der Schweizer Spitallandschaft sowie Funktionen wie Patientenportal, mobiles Arbeiten und erste KI-Elemente in der Berichterstellung. Ebenfalls zentral: Die Daten bleiben in der Schweiz. Reha-spezifische Anforderungen – etwa interdisziplinäre Dokumentation und ambulante Therapieplanung – werden im Rahmen einer Entwicklungszusammenarbeit berücksichtigt. Die seit 2022 bestehende Lösung für die stationäre Therapieplanung bleibt erhalten und wird per Schnittstelle an KISIM angebunden.

Neue Instrumente in der Patientenbefragung

Seit Januar 2026 wird der schweizweit obligatorische Swiss-PREMs-Fragebogen des ANQ (Kompetenzzentrum für Qualitätsmessungen in Spitälern und Kliniken) eingesetzt. Er ersetzt die bisherige Zufriedenheitsbefragung, ist kürzer und ermöglicht eine bessere Vergleichbarkeit zwischen Kliniken. Ergänzend werden mit dem PROMIS Global Health-10 standardisierte Patient-Reported Outcome Measures (PROM) erhoben – bei Eintritt und Austritt. Damit werden patientenrelevante Outcomes zu körperlichen, psychischen und sozialen Funktionen systematisch gemessen. Ziel ist eine differenzierte Qualitätssteuerung, die über reine Zufriedenheitswerte hinausgeht.

Wechsel im Stiftungsrat per Januar 2026

Im Stiftungsrat kam es per Januar 2026 zu personellen Veränderungen. Mit Alfons Paul Kaufmann wurde ein neues Mitglied in das strategische Führungsgremium gewählt. Als Grossrat und Mitglied der Gesundheits- und Sozialkommission des Grossen Rats sowie als Verwaltungsrat des Gesundheitszentrums Fricktal bringt er eine starke regionale Vernetzung und grosse politische Erfahrung in das Gremium ein. Gleichzeitig schieden Brigitte Rüedin, Roland Agustoni und Karin Faes aus dem Amt aus. Für ihr langjähriges, engagiertes Wirken und ihren bedeutenden Beitrag zur strategischen Weiterentwicklung der Reha Rheinfelden sprechen Bonati und Illi ihren ausdrücklichen Dank aus.

Persönlicher Ausblick

Für 2026 stehen wichtige strategische Grundsatzentscheide an. «Wir wollen das Potenzial unserer erweiterten Struktur gezielt ausschöpfen und unsere Position als einer der zentralen Anbieter von Rehabilitation und Prävention in der Nordwestschweiz weiter festigen», so Bonati. Besonders wichtig sei ihm dabei nicht nur die medizinische Exzellenz, sondern auch das Qualitätserlebnis der Patientinnen und Patienten.

Auch Illi blickt mit Zuversicht nach vorne: «Das Geschäftsmodell stimmt, die Finanzen gehen auf. Wir haben ein erstes Jahr in neuer Konstellation hinter uns – als Geschäftsleitung, aber auch als Gruppe. Das hat uns zusammengeschweisst.» Gleichzeitig stünden im Gesundheitswesen zahlreiche Veränderungen an – von neuen Tarifstrukturen bis zur Weiterentwicklung der Finanzierungsmodelle. «Wir sind gut aufgestellt, um auf diese Entwicklungen nicht nur zu reagieren, sondern sie aktiv mitzugestalten.»

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