Wissenschaft 

Zerebrale Mikroangiopathie

Frauen mit Vorhofflimmern sind stärker von der zerebralen Mikroangiopathie betroffen als Männer.

Patientinnen und Patienten mit Vorhofflimmern haben ein erhöhtes Risiko für Demenz, auch wenn sie keinen Schlaganfall erleiden. Eine wichtige Rolle dabei spielen subtile Durchblutungsstörungen des Gehirns. Die kardiovaskuläre Forschungsgruppe am Universitätsspital Basel hat unter der Leitung von Prof. Leo Bonati geschlechterspezifische Unterschiede im Auftreten von zerebralen Durchblutungsstörungen in 1743 Patientinnen und Patienten in der Schweizerischen Vorhofflimmern-Kohorte (Swiss-AF) untersucht. Hierbei zeigte sich, dass Männer und Frauen in gleichem Ausmass von zerebralen Embolien betroffen sind (linke Seite der Abbildung), aber die Erkrankung kleiner Hirnarterien (die sogenannte zerebrale Mikroangiopathie) bei Frauen stärker ausgeprägt ist (rechte Seite der Abbildung).

Die Resultate unterstreichen die Bedeutung der ganzheitlichen Betreuung von Patientinnen und Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen. Risikofaktoren für die zerebrale Mikroangiopathie, zu denen v.a. ein erhöhter Blutdruck zählt, müssen speziell bei Frauen gut behandelt werden, um zerebrale Langzeitfolgen zu vermeiden.

Die Publikation wurde in der Zeitschrift "Open Heart" veröffentlicht.  (https://openheart.bmj.com/content/9/2/e002033).